
Vier Musiker, vier Tage, unzählige Kabel – und am Ende ein neues Album.
Wer bei uns im HAUS DER MUSIK ein Instrument, Noten oder ein Mikrofon kauft, kennt meistens nur eine Seite unseres musikalischen Alltags. Ab und zu tauschen wir aber den Platz hinter dem Ladentisch gegen einen Platz auf der Bühne – oder, wie vor wenigen Tagen, gegen einen Platz im Aufnahmestudio.
Für unseren Geschäftsführer und „Cheffe“ ging es im September für vier Tage in die Fattoria Musica bei Osnabrück.
Der Grund: eine Aufnahmesessions für das neue Album von Thomas Quasthoff.
Mit dabei waren Thomas Quasthoff am Gesang, Simon Oslender an den Keys, Shawn Grocott an der Posaune und der „Cheffe“ an der Gitarre.
Was passiert eigentlich bei einer solchen Produktion?
Eine professionelle Studioaufnahme hat mit „Mikrofon aufstellen und Aufnahme drücken“ erstaunlich wenig zu tun.
Vier Musiker sitzen teilweise in voneinander getrennten Räumen, hören und verständigen sich über Kopfhörer und Mikrofone, während im Regieraum unzählige Signale zusammenlaufen. Dazwischen stehen Mikrofonvorverstärker, Mischpulte, Wandler und jede Menge weiteres Equipment.
Und mittendrin sitzt derjenige, bei dem schließlich alles zusammenkommt: Aufnahmeleiter und Toningenieur Steffen Lütke.
Vier Tage lang heißt es hören, spielen, noch einmal hören, diskutieren, verändern – und manchmal dieselben wenigen Takte noch einmal aufnehmen, weil irgendwo eine winzige Kleinigkeit noch besser sein könnte.
Wenn ein Treppenhaus zum Effektgerät wird
Besonders spannend fanden wir, dass bei einer modernen High-End-Produktion keineswegs alles digital entstehen muss. Ein Teil des Halls unserer Aufnahme kam beispielsweise aus einem Treppenhaus der Fattoria Musica, das eigens dafür hergerichtet wurde. Das Audiosignal wird in diesen Raum geschickt, der natürliche Raumklang entsteht – und wird anschließend wieder aufgenommen.
Ein echtes Treppenhaus als Hallgerät.
Auch bei den Mikrofonen kann es außergewöhnlich werden. Einige der alten, handgefertigten Gesangsmikrofone, die bei solchen Produktionen zum Einsatz kommen, werden heute auf dem Gebrauchtmarkt für mehr als 20.000 Euro gehandelt.

Braucht man das alles, um Musik zu machen? Natürlich nicht.
Aber wenn es darum geht, die kleinen Nuancen einer Stimme und akustischer Instrumente möglichst natürlich einzufangen, beginnt eine faszinierende Welt.
Vier Tage Musik
Neben aller Technik bleibt am Ende aber das Entscheidende: vier Musiker in einem Raum – oder zumindest fast in einem Raum – die gemeinsam Musik machen. Was dabei entstanden ist, dürfen wir noch nicht verraten. Bis zur Veröffentlichung des Albums werden noch einige Monate vergehen.
Wer aber schon jetzt einen ausführlichen Blick hinter die Kulissen werfen und einige der wunderschönen Fotos unserer vier Tage in der Fattoria sehen möchte, findet die ganze Geschichte bei Shawn & The Wolf: Vier Tage auf dem Bauernhof – Fattoria Musica